Geld sparen beim Geldumtausch in Thai Baht
So, endlich komme ich dazu, den versprochen Artikel zum Geldwechseln in Thailand zu schreiben. Sorry wegen der Verspätung.
Seit der Einführung des Euros macht man eine Erfahrung leider seltener: Dass der Besuch fremder Länder auch mit dem Kennelernen einer fremden Währung verbunden ist. Der Euro ist zwar praktisch und spart sicher auch Nerven und Geld (ich erinnere mich da an einen eher kniffligen Geldumtausch in Rom) aber die einheitliche Währung nimmt auch etwas von der Faszination des Reisens: Fremde, spannende Geldscheine, die immer auch eine kleine Geschichte erzählen; hektisches Kopfrechnen beim Einkauf und die Freude über das Ergebnis, weil man ja ein tolles Schnäppchen machen könnte – und manchmal die Ernüchertung, weil man sich um eine Stelle vor dem Komma vertan hat.
Nun, bei einer Fernreise, wie z.B. nach Thailand, kann man all diese schönen, lästigen, aufregenden und manchmal auch lustigen Erfahrungen noch machen. Man hält die fremde Währung in der Hand und taucht damit in die Verheißungen eines fremden Landes ein. Doch bevor es soweit ist, müssen wir unsere stromlinienförmigen Euro (oder Schweizer Franken) erstmal umtauschen.
Bargeld? Oder lieber Plastik?
Doch halt? Brauche ich überhaupt Bargeld, wenn ich nach Thailand Reise? Ok, die Frage mag blöd klingen, doch sie soll nicht nur der Vollständigkeit halber beantwortet werden, sondern auch, weil sie gleich eines klarmachen hilft: In Thailand spielt Bargeld noch eine sehr viel größere Rolle als in Europa. Versuchen Sie mal in Thailand ein Taxi mit der Karte zu bezahlen – der Fahrer wird sie wahrscheinlich mit einem erstaunten oder verstörten Blick Anschauen (“Spinnt der Farang?”) und dann auf Bargeld bestehen.
In den großen Hotels, in vielen Restaurants und in den Einkaufstempeln der Stadt, vor allem denen, die viele Touristen anziehen, kann man auch mit Gold, Platin, Schwarzen und bunten Karten bezahlen. Bewegt man sich aber außerhalb solcher Touri-Reservate, dann geht ohne Bargeld (so gut wie) gar nichts. Daher: Bargeld ist in Thailand ein Muss.
Was soll ich tauschen? Euro in Baht oder Reiseschecks in Baht?
Das ist eigentlich eher eine Glaubensfrage. Ich bin früher auch mit Travellerschecks verreist, habe das aber schon lange aufgegeben: Relativ hohe Kosten und ein gewisser Nerv-Faktor beim Umtausch (Pass, Unterschrift, Gebühren, manchmal schlechtere Wechselkurse – eine Art versteckte zweite Gebühr) wiegen für mich nicht den Sicherheitsfaktor auf, die Schecks bei Verlust oder Diebstahl ersetzt zu bekommen. Dafür ist es inzwischen zu einfach Bargeld per EC- oder Kreditkarte zu bekommen. Stellt sich die Frage: Wie komme ich an das Bargeld?
Die schlechteste aller Lösungen:
Bargeld in Deutschland umtauschen. Hier verliert man richtig Geld! Die Banken lassen sich hier das Vorhalten einer “exotischen” Währung wie dem thailändischen Baht ordentlich honorieren. Wer’s nicht glaubt kann mal den aktuellen Kurs des Thai Baht mit Hilfe des Währungsrechners recherchieren und mit dem Bargeldkurs der Reisebank vergleichen. Ein netter Profit oder? Der Vergleich zwischen dem Bargeldkurs der Reisebank und dem Geldkurs hinkt aber? Stimmt, der Einwand ist korrekt. Daher einfach mal mit dem aktuellen Bargeldkurs der Bangkok Bank vergleichen. Interessant, nicht wahr?
Bargeld mitbringen oder in Thailand am Automaten ziehen?
Bis vor kurzem war es sehr einfach in Thailand kostenlos an Bargeld zu kommen: mit der Netbank, DKB-Bank, comdirect oder auch der Sparcard 3000 der Postbank, kann man weltweit kostenlos Bargeld am Automaten ziehen. Leider haben die thailändischen Banken (also die Aufsteller der Geldautomaten) seit diesem Jahr eine Gebühr von 150,00 Baht (gut drei Euro) eingeführt, was selbst bei einer Abhebung von 10.000,00 Baht satte 1,5% sind! Manche Banken, wie z.B. die DKB-Bank erlassen die Barabhebungsgebühren bzw. erstatten diese auf Anfrage nachträglich.
Aber auch schon vorher habe ich meistens Bargeld von Deutschland mitgebracht. Ein Teil wird im Hotelsafe untergebracht, ein Teil am Mann geführt. Auch wenn man manchmal eine Horrorstory über den Diebstahl aus Hotelsafes liest, ist das eine recht unproblematische Variante. Erstens musste ich nicht ein Konto bei einer der vorgenannten Banken eröffnen und zweitens ist Thailand für den umsichtigen Reisenden ein sehr sicheres Land, so dass Befüchtungen Opfer eines Überfalls zu werden hier keine so große Rolle bei der Entscheidung spielen.
Es ist ratsam beides mitzunehmen, so dass, falls mal Geld oder Plastik abhanden kommt, man nicht gänzlich aufgeschmissen ist.
Wechselkurs bei Barabhebungen
Man sollte ebenfalls beachten, dass beim Ziehen von Bargeld im Ausland der Kurs der Femddwährung berechnet werden muss. Hier sollte man die Augen offenhalten und schauen, dass die Bank keinen zu schlechten Kurs zugrunde legt. Am besten vorher kurz informieren und mit dem aktuellen Kurs vergleichen. Dann weiß man, wie fair die eigene Bank mit einem umspringt.
Wo tausche ich um?
Der Bargeldumtausch ist fast überall in der Stadt möglich, am dichtesten ist die Präsenz der Geldwechsler in den von Touristen frequentierten Gebieten. Oftmals sind es nur winzig kleine Lädchen, die manchmal nur ein Meter breit sind. Auch bei fast jeder Bankfiliale kann man Geld umtauschen. Hier gilt übrigens, wie so oft: Immer schön verleichen. Selbst Geldwechsler, die ihren Laden nur wenige Meter voneinander entfernt aufgebaut haben (wie z.B. auf der Silom in Bangkok) haben unterschiedliche Kurse, die manchmal bis zu zwei Baht pro Euro ausmachen können.
Selbst am Flughafen kann man zu sehr fairen Kursen Geld umtauschen. Direkt hinter der Passkontrolle, also noch vor (!) der Gepäckausgabe befinden sich staatlich zertifizierte Wechselstuben, die meist sehr faire Kurse anbieten. Hier kann man bedenkenlos eine erste Summe Bargeld umtauschen.
Was sollte ich beim Geldumtausch noch beachten?
Man sollte sich beim Geldumtausch nicht nur große Scheine andrehen lassen. Wer schon einmal versucht hat in Thailand einen Taxifahrer mit einer 1000-Bahtnote zu bezahlen weiß, was ich meine. Daher die Mitarbeiter der Wechselstube bitten einen Teil des Geldes in kleinen Scheinen (100- und 20- Baht-Scheine) auszuzahlen. Damit ist der Weg in die Stadt per Taxi dann kein Problem mehr. Überhaupt: wann immer man die Gelegenheit hat, sollte man versuchen große Scheine “kleinzukriegen”. 100-und 20-Baht-Scheine kann man zu jeder Tages- und Nachtzeit gebrauchen und erst wenn man keine mehr hat, weiß man wie nervig und auch verlustreich es sein kann, keine zu haben – wenn beispielsweise der Taxifahrer behauptet nicht wechseln zu können…
Fazit:
Es gibt eine Menge Möglichkeiten beim Geldwechseln Geld zu verlieren. Daher sollte man sich schon möglichst frühzeitig überlegen, welche Variante dem eigenen Geschmack am besten liegt und entsprechend handeln. Das Gesparte kann man dann lieber in tolles Essen anlegen und den Urlaub doppelt genießen. Gute Reise!
Tags: Geld, Reisen, Tipps & Tricks
Klasse Artikel!! Vielen Dank und für die ausführlichen Infos. Den Weg zur Bank habe ich mir damit erspart.
[...] Das ist ein umfangreiches aber nicht minder spannnendes Thema, über das ich das in der nächsten Woche etwas schreibe. Tags: Geld, Tipps & [...]