Das einzig Stete ist die Veränderung

Städte sind überall auf der Welt einem Wandel unterworfen. Das war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben. So hat sich in meiner Heimatstadt Mainz beispielsweise die alte „Schmuddelecke“ zwischen dem ehemaligen Südbahnhof (jetzt: Römisches Theater) und dem Winterhafen in ein modernes Viertel mit Kino, Museum und reichlich Freizeitmöglichkeiten entwickelt. Früher gab es hier jede Menge abgetakelte Häuser, freie Flächen, alte Gewerbebetriebe und die ganze Ecke hatte ein recht schummriges Image. Vom häßlichen Entlein zum Juwel in gut 15 Jahren.

Ok, aber zurück zu Bangkok. Was in Mainz Jahrzehnte dauert geht hier sehr viel schneller – was nicht notwendigerweise besser bedeutet. Nach einer Verschnaufpause, als Ende der 90er-Jahre viele Bauprojekte im Fahrwasser der Finanzkrise kenterten und über ganz Bangkok hunderte von Geistergebäuden (nicht zu verwechseln mit den Geisterhäuschen) verstreut waren, hat in den letzten Jahren wieder eine sehr rege Bautätigkeit eingesetzt. Diese verdrängt nach und nach das alte Bangkok, das vornehmlich aus alten, ein- bis dreistöckigen Häusern bestand.

Bangkok Stadt, Aufnahme von Siam Skytrain Station aus

Bangkok, Aufnahme von der Skytrain Station "Siam" aus. Im Vordergrund das (nicht ganz so) "alte Bangkok", im Hintergrund die Hochhäuser der Sathorn Straße. Unter anderem mit dem im Mai 2008 noch im Bau befindlichen, 2009 eröffneten, protzig-riesigem "The Met".

Soi Phiphat 2 in Bangkok, Thailand

Soi Phiphat 2, zwischen Sathorn und Silom, eine der wenigen Straßen dieser Gegend, in denen man die alten Holzhäuser noch findet

The Met von der Soi Phiphat2 in Bangkok aufgenommen

Neu trifft alt: "The Met" im Bau. Aufgenommen von der Soi Phiphat 2 aus.

Manchmal kann man zwischen zwei Urlaubsreisen innerhalb eines Jahres soviele Veränderungen feststellen, dass man sich fragt, wie die Stadt wohl in zehn Jahren aussehen wird. Wird es dann noch die kleinen, chaotischen aber doch liebenswerten Viertel geben, in denen man in teilweise winzigen Läden allen möglichen Krimskrams kaufen kann.? Gibt es dann noch die schon heute von den unvermeidlichen 7-11 verdrängten „Mom-and-Pop“-Geschäfte, in denen meist steinalte Chinesen einen Tante Emma-Laden betreiben? Die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr hoch, zumindest in den zentralen Vierteln rund um Asoke, Silom, Sukhumvit & Co.

Das Viertel rund um Asoke, nördlich der Sukhumvit, besteht fast nur noch aus Wolkenkratzern, die so dicht aneinendergereiht sind, dass sie einander fast zu berühren scheinen.

Wolkenkratzer an der Asoke

Wolkenkratzerbeet an der Asoke. Im Vordergrund eine neue "Pflanzung". (Mai 2008)

Wenn man bedenkt, dass das 1970 eröffnete Dusit Thani Hotel, an der Ecke Silom/Rama IV, zu seiner Zeit zu den höchsten Gebäuden der Stadt gehörte, mittlerweile aber zu einer Art Zwerg in der Nachbarschaft zahreicher Wolkenkratzer mutiert ist, so kann man sich ausmalen, wie das Antlitz der Stadt in 10 bis 20 Jahren aussehen wird. Sehr schön wird die Entwicklung auch durch das nächste Bild illustriert, dass von der Sathorn aus aufgenommen wurde:

Wolkenkratzer an der Chong Nongsi

Neues Apartment-Hochaus vor alter Kulisse. Im Vordergrund ist bereits eine neue Baustelle zu sehen. (Januar 2008)

Und nochmal  ein Jahr später (Februar 2009) , diesmal von der Ecke Narathiwat/Sathorn aufgenommen:

Wolkenkratzer an der Sathorn

Die gleiche Ecke ein Jahr später...

Kennt jemand das historische weiße Gebüde im Vordergrund? Auch den Namen des Apartmentgebäudes im Hintergrund kenne ich nicht. Kann jemand weiterhelfen?

Beim nächsten Aufenthalt in Bangkok also fleissig mit der Kamera drauflos schießen. Das alte Bangkok kommt nicht mehr zurück… 😉

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1 Kommentar on Das alte Bangkok verschwindet

  1. Andy sagt:

    Das ist die ehemalige russische Botschaft, davor hiess sie Luang Sathon Mansion. Eine Menge Info zu den Bauten drumrum hat die grossartige englische Seite 2bangkok. Ist auch an der Ecke Sathon-Narathiwat.

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